Projekt zur Anpassung an den Klimawandel ist eines der größten Wasserbauprojekte Mitteldeutschlands

14 Sep 2023

Die Sicherheit einer ganzen Region hängt von einem der größten Hochwasserrückhaltebecken in Mitteldeutschland ab. Unsere Wasserbau- und Tragwerksexperten leiten die Planung und Bauüberwachung der Straußfurter Stauanlage, um die Hochwasserrückhaltekapazität um zehn Millionen Kubikmeter zu erweitern und so an künftige Bedrohungen anzupassen.

Seit über 60 Jahren schützt das riesige Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt in Thüringen die Menschen in der Region vor Überflutungen durch die Unstrut. Aufgrund der klimatischen Veränderungen und der damit zusammenhängenden Anpassungen des Hochwasserrisikomanagements der Unstrut soll die derzeitige Kapazität erheblich erhöht werden. Das in die Jahre gekommene Bauwerk muss dazu nicht nur instandgesetzt und modernisiert, sondern auch an die zunehmende Schwere der Überschwemmungen angepasst werden.


Das Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt bei starkem Hochwasser 2013

Der Klimawandel erfordert eine zusätzliche Kapazität von zehn Millionen Kubikmetern

Um diesem Bedarf gerecht zu werden und die Sicherheit der Einwohner zu gewährleisten, plant Thüringen die Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens um 10 Millionen Kubikmeter. Der Auftraggeber, die Thüringer Fernwasserversorgung, beauftragte die Tractebel-Tochter Hydroprojekt und die Partner Inros Lackner und CT-Planungsgesellschaft mit der Realisierung dieses anspruchsvollen Vorhabens. Die Tractebel Hydroprojekt ist federführend bei der Planung und Bauüberwachung, unsere Partner führen die Erneuerung des Abschlussbauwerkes durch.

Die Hauptphase des Ausbaus wird ein Jahrzehnt dauern

Tractebel Hydroprojekt und seine Partner haben die ersten beiden Phasen des Projekts abgeschlossen und zwei kleinere Dämme saniert und angepasst. Der bei weitem größte Teil steht jedoch noch bevor: die Erhöhung der Kapazität der gesamten Stauanlage. Die konkrete Planung für dieses Projekt begann bereits Anfang 2023, die Einreichung der Genehmigungsplanung ist für Ende 2024 vorgesehen. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich über sieben Jahre, von 2027 bis 2034, erstrecken. Es gehört zu den größten Wasserbauprojekten in Mitteldeutschland und wird der gesamten Region über Generationen hinweg modernsten Hochwasserschutz an Unstrut und oberer Saale bieten.


Geosynthetische Betonmatten stabilisieren die Ufer und reduzieren Baukosten und -zeit

Aufrüstung des Reservoirs mittels modernster Technologie

In jeder Phase des Projekts nutzen unsere Experten BIM-Technologie, um detaillierte dreidimensionale Erdbauwerke zu planen. Der Damm selbst wird mit einem kohärenten Deckwerk (stoßfeste Außenschicht) aus geosynthetischen Betonmatten errichtet. Diese Matten bestehen aus zwei hochfesten, flexiblen und reißfesten, miteinander verbundenen Gewebelagen, deren Zwischenräume mit fließfähigem Mörtel oder feinkörnigem Beton befüllt werden. Dieser innovative Ansatz ist ein einfaches, schnelles und wirtschaftliches Bauverfahren, das sich zur Uferbefestigung, zum Erosionsschutz und zur Abdichtung eignet. 

„Unser Team ist stolz darauf, mit seinem Fachwissen zum Übergangsprozess beizutragen, der die öffentliche Infrastruktur an die durch den Klimawandel verursachten höheren Anforderungen anpasst. Die Ingenieur-Expertise von Tractebel unterstützt unsere Gesellschaft dabei, die Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu meistern.“


Lars Schaarschmidt, Abteilungsleiter für Großprojekte, Tractebel Hydroprojekt

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