Offshore-Wasserstoff-Produktion mit 400 MW in neuer Dimension

01 Okt 2019

Den Klimawandel zu bremsen und die Energiewende zu meistern, ist dringlicher denn je. Erfahrene Energie-Experten der Tractebel Engineering GmbH und Offshore-Ingenieure der Tractebel Overdick GmbH entwickeln daher ein weltweit einzigartiges Konzept für eine Plattform auf dem Meer. 

Den Klimawandel zu bremsen und die Energiewende zu meistern, ist dringlicher denn je. Ein erfahrenes Team aus Energie-Experten der Tractebel Engineering GmbH und Offshore-Ingenieuren der Tractebel Overdick GmbH entwickelt daher ein weltweit einzigartiges Konzept für eine Plattform auf dem Meer. Damit ist die Produktion von umweltfreundlichem, „grünem“ Wasserstoff in industriellem Maßstab aus Offshore-Windenergie mittels Elektrolyse möglich. Mit bis zu 400 MW übertrifft eine solche Anlage die Leistung bisheriger Technologien um ein Vielfaches. Schon heute könnte dies beispielsweise in der Nordsee realisiert werden.

Mit der innovativen Hochsee-Plattform können mehrere Aufgaben zugleich gelöst werden: Der Anteil „grünen“ Wasserstoffs (H2) am Energiemix lässt sich CO2-neutral erhöhen. Zudem entlasten die vielfältigen Transportmöglichkeiten von H2 die Stromübertragungsnetze, deren Kapazitäten begrenzt sind. Auch gleicht H2 als effizienter Energiespeicher saisonale Schwankungen von erneuerbaren Energien aus.

Enormes Potential

Die Bedeutung von Wasserstoff (H2) im Energiemix wächst. Denn er dient als leistungsfähiger Speicher und ist leicht transportierbar. Dafür kann die vorhandene Infrastruktur genutzt werden. H2 treibt Gasturbinen und Brennstoffzellen an, kann neben Erdgas im privaten Haushalt genutzt werden und ist ein wichtiger Industrierohstoff. In der Stahlherstellung kann er Kohlekoks als CO2-neutrales Reduktionsmittel ablösen.

In großen Offshore-Windparks erkennt Tractebel ein enormes Potential zur CO2-neutralen Herstellung von „grünem“ Wasserstoff. Das Experten-Team arbeitete mit dem neuartigen Plattform-Modell erstmals detailliert eine Lösung aus, wie dieses in industriellem Maßstab (400 MW) genutzt werden kann. Auf ihr finden alle technischen Komponenten Platz, die für die Herstellung benötigt werden – unter anderem Elektrolyseeinheiten, Transformatoren und Meerwasserentsalzungsanlagen.

Wachsende Flexibilität

Die Transportwege der so gewonnenen Energie via Pipeline oder Schiff sind flexibel. Sie bieten Alternativen zu umstrittenen oder überlasteten Kabeltrassen – im Meer oder über Land. Im Vergleich zu den Herstellungskosten von „grauem” Wasserstoff aus fossilen Quellen liegen die Kosten für „grünen” Wasserstoff derzeit noch etwas höher. Unter anderem eine höhere Abgabe für CO2-Emissionen wird hier für mehr Chancengleichheit sorgen. Entscheidender Kostenfaktor ist das Design des Systems und die Effizienz der Anlagen. Das Tractebel Konzept enthält die passenden Lösungen für kostenoptimierte Konstruktionen und den effizienten Betrieb.

Tractebel ist in der Lage, Ingenieursdienstleistungen für alle Planungsstufen von der Machbarkeitsstudie bis zur Detailplanung zu übernehmen. Zudem ist das Unternehmen als Teil des ENGIE Konzerns optimal aufgestellt, um Offshore-H2-Plattformen als EPC-Lieferant zu realisieren, zu betreiben und Lösungen für die großtechnische Speicherung anzubieten.

Grafiken: Das Plattform-Modell von Tractebel enthält eine komplette Anlage zur industriellen CO2-neutralen Herstellung von “grünem” Wasserstoff aus Offshore-Windenergie.

Grafik: Schematische H2-Offshore Pfade in der Nordsee

 

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